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FSRdp Client unter Linux installieren
Für Ubuntu, Xubuntu, Debian und Raspberry Pi OS (64 Bit). Jeder Befehl ist einzeln erklärt – auch wenn Sie zum ersten Mal ein Terminal benutzen.
Sie brauchen Hilfe bei der Einrichtung?
Befragen Sie einfach einen AI-Chatbot Ihrer Wahl mit folgendem Prompt:
Bitte hilf mir beim Einrichten meines FSRdp Clients für Linux anhand folgender Anleitung:
https://www.fssoft.de/FsRdp/InstallingClientLinux.md
Führe mich Schritt für Schritt durch, immer nur ein Schritt pro Antwort, und
warte nach jedem Befehl auf meine Rückmeldung. Frage mich nie nach einem Passwort.
Der Link zeigt auf die reine Textfassung dieser Seite – die liest ein Chatbot vollständig, während er eine HTML-Seite oft nur gekürzt erfasst.
1. Voraussetzungen
-
Ein Linux mit grafischer Oberfläche. Getestet sind Ubuntu und Xubuntu (x64), Debian sowie Raspberry Pi OS (64 Bit) auf Raspberry Pi 5. Auf einem Server ohne Desktop läuft der Client nicht.
- Die passende Architektur:
linux-x64 für Intel/AMD, linux-arm64 für Raspberry Pi. Prüfen mit uname -m – x86_64 bzw. aarch64.
- Keine separate .NET-Installation – das Paket ist eigenständig.
- Den Servernamen und die Ports Ihres FsRdpServers (Standard
8888 und 8889).
- Ein Konto mit
sudo-Rechten für die Installation.
Am Client müssen Sie keine Ports freigeben. Der Client baut die Verbindung immer von sich aus zum Server auf. Nur der
Server muss erreichbar sein.
2. Abhängigkeiten verstehen und installieren
Unter Linux gibt es keine einheitliche Schnittstelle für Bildschirmaufnahme und Tastatureingaben. Der Client greift deshalb auf etablierte kleine Werkzeuge zurück. Sie müssen nicht alle installieren – nur die für das, was Sie tatsächlich nutzen wollen:
| Paket | Wofür | Nötig wenn … |
grim |
Bildschirmaufnahme unter Wayland (Raspberry Pi OS mit labwc, wlroots-Compositoren) |
… Sie Ihren Bildschirm teilen wollen |
gnome-screenshot |
Bildschirmaufnahme unter X11 (Xubuntu/XFCE und ähnliche) |
… Sie Ihren Bildschirm teilen wollen |
ydotool |
Maus- und Tastatureingaben einspielen |
… Ihr Rechner fernsteuerbar sein soll |
pipewire-bin, wireplumber |
Mikrofon und Lautsprecher |
… Sie Sprache nutzen wollen |
wl-clipboard oder xclip oder xsel |
Zwischenablage zwischen den Rechnern |
… Ihr Rechner geteilt und ferngesteuert wird |
v4l-utils |
gibt Kameras lesbare Namen |
… optional, reine Bequemlichkeit |
policykit-1 |
Rückfrage vor der Installation von Updates |
… immer |
Sie müssen das nicht von Hand zusammensuchen. Jedes Paket bringt ein Vorbereitungsskript mit, das die passenden Abhängigkeiten für Ihr System installiert:
prepare-raspberry-pi.sh beim ARM64-Paket,
prepare-ubuntu-server.sh beim x64-Paket. Die Tabelle oben erklärt nur, was dabei warum passiert.
ydotool ist auf manchen Systemen nicht in den Standard-Paketquellen. Auf Raspberry Pi OS liegt es beispielsweise in den Backports – dem ARM64-Paket liegt dafür eine passende Quellendatei bei.
3. Paket entpacken und installieren
Öffnen Sie ein Terminal (auf Raspberry Pi OS und Ubuntu meist mit
Strg+Alt+T) und wechseln Sie in den Ordner mit der heruntergeladenen ZIP-Datei, meist:
cd ~/Downloads
1
Entpacken
sudo apt update
sudo apt install -y unzip
unzip FsRdpClient-linux-arm64.zip -d FsRdpClient
cd FsRdpClient
Auf einem Intel-/AMD-Rechner heißt die Datei entsprechend
FsRdpClient-linux-x64.zip. Das Archiv hat kein Passwort.
2
Dateien ausführbar machen
chmod +x FsRdpClient install.sh apply-update.sh
Beim Raspberry-Pi-Paket kommt prepare-raspberry-pi.sh
hinzu, beim x64-Paket prepare-ubuntu-server.sh. Linux markiert entpackte Dateien nicht automatisch als ausführbar – dieser Schritt holt das nach.
3
Abhängigkeiten vorbereiten
./prepare-raspberry-pi.sh
Auf einem x64-System stattdessen
./prepare-ubuntu-server.sh; danach ist dort ein Neustart nötig, weil das Skript auch den Desktop einrichtet.
4
Client installieren
./install.sh
Wichtig: Führen Sie dieses Skript als normaler Desktop-Benutzer aus, nicht mit sudo davor. Es fragt selbst nach, wo es Verwaltungsrechte braucht. Der Grund: Der Eintrag im Anwendungsmenü und der Eingabedienst werden für genau den Benutzer eingerichtet, der das Skript startet.
Danach liegt das Programm unter /opt/fsrdp-client/ und ist im Anwendungsmenü zu finden. Alternativer Start im Terminal:
fsrdp-client
4. Fernsteuerung dieses Rechners ermöglichen
Nur nötig, wenn Ihr Rechner von jemand anderem gesteuert werden soll. Wollen Sie umgekehrt nur andere steuern, können Sie diesen Abschnitt überspringen.
Unter Linux darf ein normales Programm keine Tastatur- und Mausereignisse erzeugen – das erledigt ein kleiner Systemdienst namens
ydotoold. Ist ydotool installiert, richtet
install.sh diesen Dienst automatisch mit ein (fsrdp-input.service), zugeschnitten auf Ihr Benutzerkonto.
Prüfen, ob er läuft:
systemctl status fsrdp-input.service --no-pager
Warum ein eigener Dienst und nicht der mitgelieferte?
Der Standarddienst von ydotool legt seine Steuerschnittstelle für alle Benutzer beschreibbar an – wer sich am Rechner anmeldet, könnte damit Tastatureingaben aller anderen erzeugen. Der mitgelieferte
fsrdp-input.service beschränkt die Schnittstelle auf Ihr Konto.
Erscheint bei der Installation der Hinweis, ydotool sei nicht installiert, bleibt die Fernsteuerung dieses Rechners abgeschaltet. Alles andere funktioniert trotzdem.
5. Mikrofon, Ton und Echounterdrückung
Anders als unter Windows gibt es keine Berechtigungsschalter – wenn PipeWire läuft und ein Mikrofon angeschlossen ist, funktioniert es. Die Geräteauswahl treffen Sie in den Einstellungen des Clients.
Ohne Echounterdrückung arbeitet der Client im Wechselsprechbetrieb: Solange er hörbaren Raum-Ton abspielt, pausiert er Ihr Mikrofon. Sonst würde Ihr Mikrofon den Ton der anderen wieder einfangen und alle hörten sich verzögert selbst. Mit einem Headset fällt das nicht auf.
Wollen Sie ohne Headset arbeiten und gleichzeitig sprechen können, aktivieren Sie die Echounterdrückung von PipeWire einmalig pro Rechner:
mkdir -p ~/.config/pipewire/pipewire.conf.d
Legen Sie darin die Datei 99-echo-cancel.conf an. Die genaue Vorlage dafür finden Sie in der Datei README-LINUX.md bzw. der beiliegenden README des Pakets. Danach:
systemctl --user restart pipewire wireplumber
6. Einstellungen: Server, Name, Sprache
Öffnen Sie die Einstellungen über das Zahnrad-Symbol und tragen Sie ein:
| Ihr Name | Der Anzeigename, den die anderen Teilnehmer sehen. |
| Serveradresse | Der DNS-Name Ihres Servers, z. B. server.ihrefirma.de. Keine IP-Adresse – das Zertifikat lautet auf den Namen. |
| Ports | Normalerweise 8888 und 8889. |
| Gesprochene Sprache | Bestimmt, in welcher Sprache Ihre Rede erkannt wird und in welcher Sprache Sie die Untertitel der anderen mitlesen. Nur relevant, wenn Ihr Server Live-Untertitel anbietet. |
| Supporter-Schlüssel | Falls Sie einen haben: Er macht Sie zum Besitzer der Räume, die Sie eröffnen. |
Der Einstellungsdialog lässt sich während einer laufenden Sitzung nicht öffnen. Nehmen Sie Ihre Einstellungen vor, bevor Sie einem Raum beitreten.
7. Den ersten Raum betreten
Ein Raum ist der virtuelle Treffpunkt: Wer dieselbe Raumnummer eingibt, landet zusammen in einer Sitzung. Tragen Sie die Nummer ein, die Sie bekommen haben, und verbinden Sie sich. Solange Sie allein im Raum sind, sind Bildschirmfreigabe, Chat und Dateiversand deaktiviert – es gäbe niemanden, der etwas empfängt.
Beim Teilen des Bildschirms zeigt ein roter Rahmen dauerhaft an, welcher Bereich übertragen wird. Es kann immer nur eine Person gleichzeitig teilen; wer neu startet, übernimmt.
Verbinden Sie sich mit einem Server ohne Lizenz?
Ein Server in seiner 30-tägigen Testphase kennt genau eine
Raumnummer: 123456789. Jede andere Nummer lehnt er mit einem entsprechenden Hinweis ab. Der Raum darf bis zu 24 Stunden offen bleiben und lässt sich danach sofort wieder öffnen; alle Teilnehmer sehen dabei ein Wasserzeichen. Auf einem lizenzierten Server ist genau diese Nummer umgekehrt gesperrt.
8. Unterschiede zum Windows-Client
Beide Clients können dasselbe – mit drei Ausnahmen, die an der Plattform liegen:
-
Keine Sitzungsaufnahme. Eine Sitzung als Videodatei aufzeichnen kann nur der Windows-Client. Der Linux-Client zeigt den Hinweis an, solange jemand anderes aufzeichnet, kann aber selbst keine Aufnahme starten.
-
Zwischenablage nur als Text. Formatierte Inhalte (Tabellen, formatierter Text) überträgt der Linux-Client nicht; er verwendet den mitgelieferten Klartext. Für X11 und Wayland gibt es dafür keinen einheitlichen Weg.
-
Ein zweiter Start holt kein Fenster nach vorn. Auch hier läuft der Client nur einmal je Benutzer – der zweite Start zeigt aber nur einen Hinweis und endet, weil Wayland-Compositoren das Aktivieren fremder Fenster verweigern.
Die Beschränkung auf eine Instanz hat denselben Grund wie unter Windows: Eine zweite Instanz würde den Raum-Ton der ersten über das gemeinsame Mikrofon wieder einfangen – dagegen hilft weder die Wechselsprech-Automatik noch PipeWires Echounterdrückung, weil beide nur den eigenen Wiedergabestrom kennen.
9. Updates und Deinstallation
Der Client prüft beim Start seinen Updatekanal – x64 und ARM64 werden getrennt geführt. Ein Update wird erst nach Rückfrage heruntergeladen; geprüft werden ein kryptografisch signiertes Manifest sowie Paketgröße und SHA-256-Prüfsumme. Erst danach folgt die PolicyKit-Rückfrage nach Ihrem Passwort. Im Hintergrund wird nichts stillschweigend installiert.
Zum Entfernen genügt:
sudo rm -rf /opt/fsrdp-client
sudo rm -f /usr/local/bin/fsrdp-client
rm -f ~/.local/share/applications/fsrdp-client.desktop
sudo systemctl disable --now fsrdp-input.service
10. Häufige Probleme
./install.sh: Permission denied
Die Datei ist noch nicht als ausführbar markiert. Holen Sie den
chmod +x-Schritt aus Abschnitt 3 nach.
Die Bildschirmfreigabe bleibt schwarz oder startet nicht
Es fehlt das passende Aufnahmewerkzeug: grim unter Wayland,
gnome-screenshot unter X11. Welche Sitzungsart läuft, verrät:
echo $XDG_SESSION_TYPE
Die Fernsteuerung meines Rechners funktioniert nicht
Prüfen Sie systemctl status fsrdp-input.service. Fehlt der Dienst, war ydotool zum Zeitpunkt der Installation noch nicht vorhanden – installieren Sie es nach und führen Sie
./install.sh erneut aus.
Der Mauszeiger springt beim Fernsteuern
Auf labwc-Systemen braucht das virtuelle Eingabegerät ein flaches Beschleunigungsprofil. Die Installation legt dafür eine passende
rc.xml an – existierte bereits eine eigene, bleibt sie unangetastet und Sie müssen den Abschnitt aus der beiliegenden Vorlage selbst übernehmen.
Man hört mich nicht
- Ist das Mikrofon im Client stummgeschaltet?
- Ist in den Einstellungen das richtige Aufnahmegerät gewählt?
- Läuft PipeWire?
systemctl --user status pipewire
- Spielt der Client gerade Raum-Ton ab? Dann pausiert das Mikrofon absichtlich (Abschnitt 5).
Der Client verbindet sich nicht
Prüfen Sie Serveradresse (Name, keine IP) und die beiden Portnummern. Ob der Name überhaupt auflöst, zeigt
getent hosts server.ihrefirma.de. Kommt keine Antwort, liegt das Problem im DNS und nicht am Client.